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Assen Nicolai Kraft

**Kopf an Kopf – am Limit  – Doppelsieg in Assen **

Erst vergangenes Wochenende fand hier die MotoGP statt und jetzt ging es auch für mich auf die Cathedrale of Speed, wie sich die Strecke in Holland nennt. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 148 Km/h zurecht, aber das ist ja auch das Geile am Motorsport! Geil war auch die Pole Position, bei der ich wusste es wird ein Zweikampf um den Sieg, denn nur ein Fahrer konnte die Zeit mitgehen. Allerdings muss man hier unterscheiden, dass er nicht in meiner Klasse gewertet wird. Suzuki GSX-R 750 (SBK90) vs. Honda RC 30 (SBK Klassik) Hier unterscheidet das Baujahr die Klasse.

Im ersten Rennen schoss erstmal ein Fahrer (#17) aus der zweiten Reihe als erstes in die Kurve, ich kam als Zweiter an. Nach 2 Runden bremste ich mich Ende Start Ziel vorbei und Gian Mertens (87) kam an uns beiden vorbei. Zu 3. nebeneinander schafften wir es dann in die Kurve einzubiegen. Nun wie erwartet der Zweikampf, da wir uns deutlich vom Feld absetzten. Ich studierte seine Stärken und Schwächen und wusste es wird hart, weil wir beide auf gleichem Niveau am Limit waren. Nach ein paar Überrundungen hatte er 10-20m Vorsprung und dann kam auch schon das „noch 2 Runden“ Schild. SHIT, dachte ich und versuchte alles herauszuholen. Ich kam wieder näher und setzte die absolut schnellste Rennrunde mit 1.48,6 in der letzten Runde. Leider schaffte ich es nicht mich vorbei zu bremsen, kam aber besser aus der letzten Schikane heraus und mit nur 0.053 Sekunden verpasste ich den Gesamtsieg,  Mit ca. 17 Sekunden Vorsprung vorm Dritten kam ich ins Ziel und somit in meiner Klasse Erster.  Was ein Rennen.

Im zweiten Rennen genau das gleiche Spiel. Als Zweiter in die erste Kurve, Führung übernommen, Gian kam wieder aus dem Windschatten vorbei und ich blieb hinter ihm. Eigentlich könnte ich sicher hinter ihm ins Ziel fahren, denn der Sieg wäre ja dann trotzdem in meiner Klasse meiner, aber mein Ehrgeiz wollte den Gesamtsieg! Das Hinterrad tanzte aus den Kurven, auf den Curbs flatterte der Lenker und mein Vorderrad berührte schon fast sein Hinterrad, so hart und eng war es zwischen uns. Ich setzte diesmal alles in die letzte Runde, in die letzte Schikane vor Start Ziel, da ich einen Tick besser auf der Bremse war, aber es kam anders. Aus einer anderen Schikane kam ich besser heraus, fuhr neben ihn, berührte durch mein Hang-Off fast seinen Auspuff mit meinem Helm und konnte auf die darauffolgende rechts Kurve vorbei. Die letzte Schikane wurde mit einem Sturz gelb geschwenkt, wo man eh nicht überholen durfte, somit ein riesen Glück für mich und damit der Gesamtsieg! Ich schüttelte das ganze Bike durch vor Freude! Das war mit Franciacorta und Walldürn das beste Rennen, dass ich gefahren bin, Kopf an Kopf, das Limit gespürt.

( Text und Bild: Denise Kraft )